Erste Hilfe erster Klasse
Donnerstag, 2. November 2017

Im Falle einer Reanimation kommt es auf jede Minute an. Sei es durch einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder schweren Unfall – ohne effiziente Wiederbelebungsmaßnahmen sinken die Überlebenschancen des Patienten um 10 % pro Minute. An dieser Stelle kommen die First Responder ins Spiel: Die professionellen Ersthelfer der Gemeinde Überherrn haben es sich zum Ziel gesetzt, die Zeit zwischen Notruf und Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken.


First Responder Überherrn

First Responder Überherrn

Die ärztliche Versorgung in Deutschland ist nicht so erstklassig, wie manche vielleicht denken. Gerade in ländlichen Regionen stellen akute Notfälle ernsthafte Probleme dar. In Überherrn wäre das auch so – gäbe es da nicht die ehrenamtlichen First Responder. Tim Reinstädtler, Medizinstudent und 2. Vorsitzender des Vereins, erklärt, warum die First Responder so wichtig für die Gemeinde sind: „Überherrn liegt etwa 15 Kilometer von Saarlouis und damit auch von den nächsten Rettungsstätten entfernt. Für viele mag das jetzt nicht so dramatisch klingen, in einem Notfall kommt es aber auf jede Minute an. Da sind 10 Minuten Fahrtzeit einfach zu viel. An dieser Stelle kommen unsere 19 Helfer ins Spiel: Erfahrene Rettungssanitäter und Ärzte, die noch vor den Rettungswagen aus Saarlouis eintreffen und die wichtige Ersthilfe leisten.“

Ein Einsatz, der sich lohnt: Seit Anfang des Jahres haben die First Responder schon 39 Notfalleinsätze durchgeführt. Durchschnittlich sechs Minuten waren sie vor dem eigentlichen Rettungsdienst an Ort und Stelle, in manchen Fällen lag der Zeitvorteil sogar bei 15 Minuten. Auch Kristin Schorr von energis ist von dem Verein begeistert: „Die Jungs und Mädels der First Responder leisten wirklich eine prima Arbeit. Für uns war sofort klar: Dieses Engagement wollen wir unterstützen. Den Titel Verein des Monats August haben sie sich mehr als verdient.“

Projekt: „Neues Einsatzfahrzeug “

Die Ersthelfer arbeiten ehrenamtlich neben der Arbeit und sind rund um die Uhr einsatzbereit. Ohne Spenden wäre ihr Engagement jedoch nicht möglich. Das Geld wird sinnvoll genutzt: In Zukunft soll ein speziell ausgestattetes Einsatzfahrzeug die Effektivität des Teams zusätzlich steigern. Somit können die Verletzten nicht nur schneller erreicht, sondern auch professioneller versorgt werden. Da kommen die 300 Euro und der Titel Verein des Monats gerade recht. Denn für die Anschaffung des neuen Einsatzfahrzeugs brauchen selbst die First Responder mal etwas Hilfe.

Noch Fragen?

Kristin Schorr

0681 9069-1773
kristin.schorr@energis.de